Feh­len­des Si­tua­ti­ons­be­wusst­sein ist eine der häu­figs­ten Feh­ler­ur­sa­chen. Hier man­gelt es schlicht an der Fä­hig­keit, eine Si­tua­ti­on als Gan­zes zu er­ken­nen, ein­zu­schät­zen, um was es geht, und die mög­li­chen Fol­gen vor­aus­zu­se­hen.

Hier ist ein Bei­spiel, wie man es nicht ma­chen soll­te:

Ei­nen Ga­bel­stap­ler mit­ten auf dem Hof mit oben lie­gen­den Ga­beln ab­zu­stel­len ist die eine Sa­che.

Mit dem Fahr­rad über den Hof zu fah­ren, ohne hin­zu­schau­en, wo­hin man fährt, ist die an­de­re Sa­che – und das auch noch ohne Helm.

Die Fak­ten:

Die Deut­sche Ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung (DGUV) zähl­te im Jahr 2016 218.213 Un­fäl­le auf Trans­port­we­gen im Be­trieb oder in de­ren Um­feld. Fast 85.000 Un­fäl­le da­von pas­sier­ten beim La­gern oder Be- und Ent­la­den, fast 34.000 da­von im Zu­sam­men­hang mit Flur­för­der­mit­teln und Ma­te­ri­al­trans­port­wa­gen. Da­mit ge­hen 15,5 Pro­zent der in­ner­be­trieb­li­chen Trans­port­un­fäl­le auf Si­tua­tio­nen zu­rück, an de­nen Stap­ler, Ga­bel­hub­wa­gen, Sack­kar­ren oder Schub­kar­ren be­tei­ligt sind.

Quel­le: Deut­sche Hand­werks­zei­tung

Was lässt sich ge­gen ein feh­len­des Si­tua­ti­ons­be­wusst­sein tun?

Emp­feh­lun­gen nicht nur für Ga­bel­stap­ler­fah­rer und Rad­fah­rer.

Be­trach­te im­mer das ge­sam­te Bild für eine ge­plan­te Tä­tig­keit bzw. Hand­lung:

  • Wenn Du Dir eine Ar­beit nicht zu­traust, las­se die Fin­ger da­von.
  • Be­vor Du eine Ar­beit er­le­digst, die Du noch nie durch­ge­führt hast, stel­le si­cher, dass Du ver­stehst, um was es geht.
  • Bist Du stän­dig mit wech­seln­den Ar­bei­ten kon­fron­tiert, gehe in Ge­dan­ken vor­her im­mer den ge­sam­ten Ab­lauf durch. Ach­te da­bei auf mög­li­che Ri­si­ken, die eine Ge­fahr für Dich oder an­de­re dar­stel­len.
  • Am bes­ten sind Check­lis­ten, wenn Du an vie­le Din­ge bei der Tä­tig­keit den­ken musst.
  • Wenn Du Dir nicht mehr si­cher bist, wie eine Ar­beit durch­ge­führt wird, schaue in den Ar­beits­an­wei­sun­gen, Hand­bü­chern usw. nach. Oder fra­ge Dei­ne Kol­le­gen. Das gilt be­son­ders nach ei­nem län­ge­ren Ur­laub oder sons­ti­ger Ab­we­sen­heit.
  • Stel­le si­cher, dass es kei­ne Kon­flik­te mit be­stehen­den Ar­beits­ab­läu­fen gibt. Falls doch, in­for­mie­re un­ver­züg­lich Dei­nen Vor­ge­setz­ten.
  • Wenn Du ir­gend­wel­che Ge­fah­ren­stel­len be­merkst, z.B. zu­ge­stell­te Feu­er­lö­scher, Schläu­che auf dem Bo­den, de­fek­tes Werk­zeug usw., dann be­sei­ti­ge sie ent­we­der selbst oder sag je­man­den Be­scheid.
  • Über­nimmst Du eine Tä­tig­keit und stellst fest, dass Dein Vor­gän­ger die Stan­dards nicht ein­ge­hal­ten hat, dann klä­re das, be­vor Du mit Dei­ner Ar­beit wei­ter­machst.



Die kri­tischs­ten Feh­ler bei ma­nu­el­len Tä­tig­kei­ten, die ein Un­fall­ri­si­ko er­hö­hen sind:

Die häufigsten Unfallursachen

Zu gu­ter Letzt

Gehe stets mit of­fe­nen Au­gen durch das Le­ben und be­nut­ze da­bei im­mer Dein Ge­hirn!”

© Wer­ner Braun (1951 — 2006), deut­scher Apho­ris­ti­ker

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    • die nicht nach Schul­di­gen sucht, son­dern sich in­tent­siv mit der „Ver­ket­tung der un­glück­li­chen Um­stän­de“ be­fasst,
    • die nicht bei dem Feh­ler des Mit­ar­bei­ters auf­hört „War­um?“ zu fra­gen, son­dern mit den „Warum?“-Fragen dort erst an­fängt,
    • mit der die wirk­lich re­le­van­ten Ein­fluss­fak­to­ren, die so­ge­nann­ten la­ten­ten Ur­sa­chen iden­ti­fi­ziert wer­den, die zum Feh­ler ge­führt ha­ben: z.B. durch die per­sön­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit und Qua­li­fi­ka­ti­on des be­tref­fen­den Mit­ar­bei­ters, die Ar­beits­platz­be­din­gun­gen, die Pro­zess­ab­läu­fe, die Zu­sam­men­ar­beit und das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­hal­ten, usw.,
    • mit der die kau­sa­len Ur­sa­che-Wir­kungs­be­zie­hun­gen zwi­schen den iden­ti­fi­zier­ten Ein­fluss­fak­to­ren mit al­len Zah­len, Da­ten und Fak­ten an­schau­lich vi­sua­li­siert wer­den kön­nen.

    Die Vor­ge­hens­wei­se eig­net sich so­wohl für die Un­ter­su­chung von Ba­ga­tell­feh­lern als auch von Feh­lern mit schwer­wie­gen­den Fol­gen, wie z.B. Ar­beits­un­fäl­le.

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